Spielbericht Damen I: Rabenschwarzer Tag

Nach einem rabenschwarzen Tag verloren die Damen des TSV Winkelhaid letztlich verdient gegen die kämpferisch gut eingestellten Nürnbergerinnen. Da am Sonntag Günzburg gegen Pleichach gewann, beträgt der Vorsprung vor dem Tabellenzweiten nunmehr nur noch 4 Punkte.

Die ersten 10 Minuten verschliefen die Gäste aus Winkelhaid völlig. Während man im Angriff nur wenig Druck machen konnte und die Nürnbergerinnen aggressiv – aber immer fair – verteidigten, war man in der Abwehr viel zu pomadig und langsam auf den Beinen. Durch einfache 1:1-Situationen oder Einläufe verwandelte sich die Abwehr in schweizer Käse. Große Lücken, wenig Zugriff auf die Gegenspielerinnen – einfacher konnte man die ersten Minuten für den Gegner nicht gestalten.

Zudem ermöglichten unnötige Zeitstrafen den Postlerinnen noch mehr Räume. Bei Würfen aus 6-7 Metern konnten auch die Torhüterinnen des TSV wenig dazu beitragen, den Rückstand gering zu halten. Auf der anderen Seite wurden beste Gelegenheiten liegen gelassen und die Post-Torfrau wurde regelrecht warmgeworfen.

Auch das sehr frühe Time-Out von Trainer Sebastian Wilfling konnte zunächst keine Verbesserung in das Spiel bringen. Das erste Tor für die Gäste warf Aline Meyer erst nach knapp 10 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 6:1. In den folgenden 10 Minuten schafften es die Winkelhaiderinnen zumindest, den Vorsprung nicht noch größer werden zu lassen (7:2, 9:4, 10:5). Mit dem 11:8 durch Carina Weiler konnte der TSV Winkelhaid kurzzeitig auf 3 Tore verkürzen. Mit 14:10 ging man letztlich in die Halbzeit.

In der Halbzeitansprache machte Trainer Wilfling deutlich, dass er noch an die Mannschaft glaubt. Der Rückstand kann schnell aufgeholt werden, wenn die Spielerinnen annähernd Normalform erreichen. Nach einer so schlechten Halbzeit „nur“ mit 4 Toren zurückzuliegen, zeigt, dass auch der Post SV an diesem Tag zu schlagen sein kann.

Der Beginn der zweiten Hälfte ging dann aber völlig daneben. Über 18:12 und 21:13 konnten die Gastgeber auf 24:14 erhöhen. Es schien, als hätte sich die Mannschaft komplett aufgegeben. Erst die Hereinnahme von Janice Radtke auf der Mitte-Position und Carina Weiler als 7. Feldspieler ließen einen Umbruch erkennen. Von 24:14 konnte man auf 24:19 aufholen, ehe der Heimtrainer versuchte, den Spielfluss der Winkelhaiderinnen zu unterbinden.

Dies misslang allerdings: Durch viel Kampfgeist, mehr Aggressivität in der Abwehr mit den damit verbundenen Ballgewinnen durch Mona Friedrich und System im Angriff konnte der Rückstand 10 Minuten vor Schluss beim 24:24 egalisiert werden. Allerdings schien die Aufholjagd enorm viel Kraft gekostet zu haben: In den letzten 10 Minuten gelangen den Winkelhaiderinnen keine Tore mehr. Viel zu oft wurde die falsche Entscheidung getroffen und die freie Mitspielerin nicht gesehen. Zudem wurden drei klare Chancen – unter anderem ein 7m – liegengelassen. Da der Heimmannschaft noch 6 Tore gelangen, endete das Spiel mit 30:24.

Letztendlich hat an diesem Tag die Mannschaft gewonnen, die über die 60 Minuten konstanter gespielt hat. 10 richtig gute Minuten reichen einfach nicht aus, um ein Spiel für sich zu entscheiden. 60 Minuten „normaler“ Handball hätten ausgereicht, den Post SV zu schlagen; aufgrund des Spielverlaufs und der Tagesform geht der Sieg letztendlich aber verdient an die Heimmannschaft.

Es spielten: Bauer, Schewetschek (beide im Tor). Räbel; Radtke (2); Götz, V. (2/2); Meyer (2); Götz, K. (5/1); Friedrich (3); Weiler (1); Spychala (4); Bachmeier (2); Wanzek (3).