Der Frust sitzt tief

Winkelhaids Handballdamen verlieren das Derby gegen den MTV Stadeln. Damit steht fest: Die Aufstiegsrunde ist nicht mehr zu erreichen, stattdessen geht es nun gegen den Abstieg.

Viel hatten sich die Handballdamen des TSV Winkelhaid vorgenommen: Im Derby zu Hause gegen den MTV Stadeln ging es nicht nur um Prestige, sondern auch um wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Mit einem Sieg hätten die Gastgeberinnen an Stadeln vorbeiziehen und einen wichtigen Schritt im Abstiegskampf machen können. Doch es kam anders. Am Ende unterlag die Mannschaft von Trainer Sebastian Wilfling mit 23:28 (12:15) und verspielte damit die Chance, auf Platz vier zu springen.


Vier Minuten und 47 Sekunden waren gespielt, als sich die Winkelhaider das erste Mal schütteln mussten: 0:4 zeigte die Anzeigetafel in der Dr. Dietmar-Trautmann-Sporthalle an, die Partie erinnerte stark an das Hinspiel in Fürth, als Winkelhaid zu Beginn gar mit 0:6 in Rückstand lag. Spielführerin Verena Götz gelang es erst nach fünf Minuten, den ersten Treffer zu erzielen. Besser ins Spiel fand der TSV dadurch allerdings nicht – im Gegenteil: Mit zwei erfolgreichen Siebenmetern brachte Leonie Heckel die Gäste nach 13 Minuten mit 10:3 in Führung.

TSV mit einem Fünf-Tore-Lauf

Geschlagen geben wollten sich die Gastgeberinnen jedoch noch nicht, ab Minute 24 folgte die stärkste Phase des TSV: Christina Räbel, Vanessa Heinrich, Anna Pröll und Susanne Spychala drehten nun auf und verkürzten den Rückstand auf zwei Treffer (12:14) – auch weil die Winkelhaider Defensive stabiler stand, aggressiver verteidigte und den eigenen Kasten sechs Minuten lang sauber hielt. Mit 12:15 ging es in die Pause, alles schien noch drin zu sein für Winkelhaids Handballerinnen.


Deutlich besser als zu Spielbeginn kamen Verena Götz und Co. aus der Halbzeit, Winkelhaid hielt Schritt und ließ die Fürther Gäste nicht mehr davonziehen. Nach 49 Minuten schien die Partie endgültig zu kippen: Erst versenkte Verena Götz den Ball zum 21:22 im Stadelner Tor, dann nahm sich Vanessa Heinrich ein Herz, traf zum 23:23 (51.) und glich die Partie erstmals aus.


Die Stimmung in der voll besetzten Halle kochte, das Momentum war plötzlich auf Winkelhaider Seite. Doch anstatt sich von der Euphoriewelle tragen zu lassen und das Duell endgültig zu drehen, unterliefen den Gastgeberinnen erneut folgenschwere Fehler in der Defensive. Trotz Unterzahl gelang es den Gästen, den Vorsprung sukzessive auszubauen und davonzuziehen, während der TSV sein Pulver verschossen hatte und die restlichen neun Spielminuten ohne einen einzigen Treffer blieb – Endstand 23:28.


„In der entscheidenden Phase haben wir die klaren Chancen ausgelassen und die Stadelner Angriffe nur halbherzig verteidigt“, bilanzierte Christina Räbel frustriert. Somit geht es für den TSV Winkelhaid nach dem letzten Vorrundenspiel kommenden Samstag in Mintraching/Neutraubling in die Abstiegsrunde.

Bericht: Daniel Frasch