Der Turn- und Sportverein Winkelhaid ehrt: Alfonso Cuesta – 80 Jahre alt (27.08.2012)

  • Träger des Bundesverdienstkreuzes („Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“)
  • Alfonso Cuesta – Völkerverbindendes Urgestein,
  • sein Streben ist und war der Ausgleich, nicht die  Konfrontation

Alfonso Cuesta hat sich um den Turn- und Sportverein Winkelhaid, hat sich um die Gemeinde Winkelhaid verdient gemacht!

Anlässlich seines 80.Geburtstages hatte er viele Freunde und Wegbegleiter zu einer Feier eingeladen  -und viele Bürgerinnen und Bürger kamen, um ihm ihre Aufwartung, ihre Reverenz zu erweisen.

Bereits 2008 wurde Alfonso Cuesta für sein jahrzehntelanges Wirken für die Völkerverständigung (als spanischer und deutscher Staatsbürger) und für seine mannigfachen Tätigkeiten für das Gemeinwohl mit der Auszeichnung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt. Dieser Verdienstorden ist die einzige allgemeine Auszeichnung und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Alfonso hat sich für Volk und Staats besondere Verdienste erworben.

Alfonso Cuesta wurde am 27. August 1932 in Santona/Santander (Spanien) geboren. Seine beruflichen Tätigkeiten: Betriebsdolmetscher, technischer Angestellter, selbständiger Unternehmer. Seit einigen Jahren im beruflichen Ruhestand.

Alfonso Cuesta nahm und nimmt stets die Verantwortung, die ihm übertragen wurde, mit Leidenschaft und Weitblick an. Seine Maxime ist: „Denken und Handeln müssen eins sein!“

Der vierfache Vater ist sich in allem treu geblieben. Und das begründet auch seine vom Herzen kommende Popularität in seiner Gemeinde Winkelhaid und weit darüber hinaus. Seine Devise lautete stets: „Ich bin der Fremde und muss mich integrieren. Das Integrieren, nicht die Assimilation (Gleichstellung) war immer sein Ziel, was er auch über viele Jahre hinweg bei den mannigfachen Sitzungen mit Türken, Italienern, Kroaten und natürlich bei seinen Landsleuten, den Spaniern verfolgt hat. Er ließ sich stets von dem Gedanken leiten: „Man kann sich in die Gemeinschaft, in der man lebt, integrieren, ihre Kultur und ihre Art akzeptieren, ohne seine eigene Identität zu verlieren. Wenn man das tut, wird man auch selber respektiert.“ Alfonso ist der beste Beweis dafür.

Alfonso Cuesta war stets und ist ein Anwalt für die Bürger und Kämpfer für seine Ideen.

Sein Lebensweg war  geprägt vom Idealismus,  vom selbstlosen Einsatz und von der Grundidee der Völkerverständigung.

Er musste einen steinigen Weg gehen, der ihn prägte und ihn zu einem Philanthropen (Menschenfreund) machte. Sein Streben galt stets dem Ausgleich, nicht der Konfrontation.

Seine zweite Heimat fand er in Winkelhaid, insbesondere auch im Turn- und Sportverein, sein Zuhause in seiner Familie mit Frau Hildegard und den vier Kindern Klaus, Maite, Silvia und Thomas sowie seinen acht Enkelkindern.

Wie Alfonso, so setzte sich auch seine Frau Hildegard für die Allgemeinheit ein. Sie war die erste Frau, die dem Gemeinderat Winkelhaid angehörte. Sie unterstützte ihren Alfonso in all seinen Aktivitäten. Bei ihr fand Alfonso den großen Halt, den er benötigte, um allen seinen ehrenamtlichen Verpflichtungen nachkommen zu können.

Im Jahr 2006 stellte der damalige Erste Bürgermeister der Gemeinde Winkelhaid, Dr. Dietmar Trautmann, beim Landrat des Landkreises Nürnberger Land, Helmut Reich, den Antrag (zur Weiterleitung an die Staatsregierung und weiter zum damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler)  auf Zuerkennung einer Auszeichnung nach dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz), damit Alfonso Cuesta entsprechend ausgezeichnet werden konnte.

In der Begründung seines Antrages hatte Dr. Trautmann insbesondere vier Säulen angesprochen, die Alfonso Cuesta besonders hervorheben:

  • Sein großer Einsatz zur Völkerverständigung (europäischer Gedanke in die Realität umsetzen)
  • Sein hohes soziales und karitatives Engagement (insbesondere für bedürftige, kranke und älterer Menschen)
  • Sein großer kommunalpolitischer Einsatz (über 20 Jahre Mitglied im Gemeinderat und in Verbänden)
  • Sein beispielgebendes bürgerschaftliches Engagement  in der Kulturpflege

Als gebürtiger Spanier (Baske) stellte er schon in seiner Jugend die Weichen über die Landesgrenzen hinweg in andere europäische Staaten. Um sich weiterzubilden, um Land und Leute kennen zu lernen arbeitete Alfonso Cuesta zunächst in Italien (hier war er Gast an der Universität Padua), dann in Belgien, Holland, Dänemark sowie in England, bevor er 1957 nach Deutschland kam und eine Beschäftigung in Bremen annahm. Von hier übersiedelte er beruflich nach Nürnberg, wo er schon bald Kontakt zur „Deutschen Gesellschaft“ aufnahm.

Alfonso gab in Nürnberg die ersten Anstöße zur Bildung eines Ausländerbeirats, der dann auch ins Leben gerufen wurde.

Nicht weit entfernt von seinem Arbeitsplatz Nürnberg fand er in der Gemeinde Winkelhaid nach seiner Heirat mit Frau Hildegard, geborene Emich, ein neues Zuhause (1960).

Seine Integration in das neue Heimatland Deutschland (Bayern) war auch der Grund für Alfonso Cuestas vielfältige ehrenamtliche Tätigkeiten und die Jahrzehnte langen selbstlosen Einsätze zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger.

In einer heilen Welt zu leben, in der Frieden zwischen den Völkern und allen Menschen herrscht, Wohlstand für alle und Freundschaft über die Landesgrenzen hinweg  -dieser Wunsch verankerte sich in Alfonso Cuesta schon in seinen Jugendjahren. Eine jugendliche Utopie möchte man meinen. Doch ein Blick in das ereignisreiche und von sozialem Engagement geprägte Leben von Alfonso Cuesta zeigt, mit wie viel Herzblut er sich diesem Wunsch und Ideal bis in sein hohes Alter verschrieb.

Der  europäische Gedanke  prägte ihn sein ganzes Leben und er fand in seiner neuen Heimatgemeinde Winkelhaid ein gutes Feld, sich für das Europa der Nationen und der gegenseitigen Hochachtung und Wertschätzung, der Hilfestellung und partnerschaftlichen Unterstützung mit großem  Einsatz und Idealismus einzusetzen (erste Säule der Begründung zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes).

Alfonso Cuesta war einer der Pioniere in Winkelhaid für die Errichtung der kommunalen Partnerschaften mit der Südtiroler Gemeinde Teis/Villnöss und der ungarischen Gemeinde Apc. Er war aktiver Wegbereiter und verfolgt nach wie vor sämtliche partnerschaftliche Unternehmungen und Begegnungen.

Alfonso Cuesta zeichnet sich immer wieder als Brückenbauer zwischen den Menschen der Partnergemeinden aus.

Auch innerhalb seiner Gemeinde Winkelhaid ist er der Bürger, der sich für die Integration, nicht für die Assimilation der Bürgerinnen und Bürger verschiedener Nationalitäten ausspricht und dementsprechend handelt. Er gibt seit über 20 Jahren wertvolle Denkanstöße und Hinweise für gemeinschaftliche Aktionen, die zu einem Bewusstsein hohen europäischen Gedankengutes in Winkelhaid geführt haben.

Alfonso Cuesta gilt in seiner Heimatgemeinde als „Völker verbindendes Urgestein“.

Aber nicht nur in Winkelhaid prägte und prägt er den Völker verbindenden europäischen Gedanken und füllt ihn mit pulsierendem Leben, sondern Alfonso Cuesta war auch der Initiator und Wegbereiter der partnerschaftlichen Verbindung der Nachbargemeinde Schwarzenbruck mit der baskischen Gemeinde Urretxu. Er scheute keine Arbeit und keinen Aufwand, damit die Gemeinde Schwarzenbruck diese heute sehr lebendige Partnerschaft aufbaute.

Alfonso Cuesta redet nicht nur als Kommunalpolitiker vom vereinten Europa, sondern er wirkt aktiv und beispielgebend in seinem überschaubaren Lebensraum für ein künftiges starkes gemeinsames Europa.

Alfonso Cuesta lebt als ein in seinem Lebensumfeld anerkannter „großer Europäer mit kommunalpolitischer Ausrichtung“. Unser Land benötigt mehr solcher deutscher Bürger mit ehemals anderer europäischer Identität, um dabei mitzuhelfen, dass das gemeinsame Europa auch an der Basis der Demokratie, nämlich in jeder Gemeinde, Wirklichkeit wird.

Durch Alfonso Cuestas vorgelebtes Leben und seine hohe Integrationsfähigkeit werden Maßstäbe gesetzt, die vom Staat anerkannt und belobigt werden sollten.

Die zweite Säule für die Begründung des Vorschlags zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes basiert auf Alfonso Cuestas  Jahrzehnte langes soziales  Engagement in der Arbeiterwohlfahrt mit seiner Frau Hildegard.  Sie setzten sich über viele Jahrzehnte hinweg für die Unterstützung bedürftiger, kranker und älterer Menschen ein. Dementsprechend hat Alfonso Cuesta auch in seiner Funktion als Gemeinderat in Winkelhaid sehr viel auf sozialem Feld erreichen können. Zum Beispiel war er ein starker Befürworter und Begleiter der Einführung eines Altennachmittags. Er beteiligte sich immer wieder bei Unterstützungsaktionen für sozial Schwache, aber auch für Mensch in Not in aller Welt. Beispielhaft ist sein Engagement für alle Menschen, die nicht „auf der Sonnenseite des Lebens“ stehen. Dieser sein Einsatz ist umso bemerkenswerter, da Alfonso Cuesta selbst  -seit seiner frühesten Kindheit-  an den Folgen einer Kinderlähmung leidet und selbst schwere Gehbeschwerden aufweist. Trotz seines eingeschränkten Gesundheitszustandes war und ist er bis heute ein großes und nachahmenswertes Beispiel für hohe Menschlichkeit, mit fest verankertem Idealismus. Er ist ein äußerst positiv denkender Mensch, der vielen Menschen als Vorbild dient.

Vorbildlichen Charakter und große Arbeitsamkeit sowie hohe Kompetenz zeigte Alfonso Cuesta stets auch in seinem  kommunalpolitischen Engagement  (dritte Säule des Vorschlags für den Verdienstorden). Hier engagierte sich Alfonso Cuesta ebenfalls weit über das übliche Maß hinaus. Über 20 Jahre (ab 1984) war er Gemeinderat. Er wirkte in vielen gemeindlichen Ausschüssen, im „Sport- und Kulturausschuss“, im „Bauausschuss“ und im „Schulverband“. Immer dann, wenn es vor allem um Entscheidungen im sozialen Bereich und für die Jugend ging, war Alfonso Cuesta in der Offensive und überzeugte alle anderen Räte mit klaren Aussagen für die von ihm vertretene humanitäre Linie und das hohe Erfordernis für die Unterstützung der Heranwachsenden.

Sein Credo war stets, in der Kommunalpolitik menschlich zu bleiben und die Politik menschlich zu machen.

Sein Streben war der Ausgleich, nicht die Konfrontation.

Alfonso Cuesta ging stets auf den Menschen zu, suchte nach Lösungen, schloss Kompromisse und suchte den Ausgleich.

Als vierte Säule der Begründung für den Verdienstorden ist Alfonso Cuestas großes  bürgerschaftliches Engagement  in Bezug auf die Kulturpflege im weitesten Sinne zu nennen. Wir wissen, dass Demokratie von der Einmischung und dem Engagement mitwirkungsbereiter Bürger lebt. Nirgendwo wird diese Feststellung offensichtlicher als in einer Gemeinde. Der Kommune kommt daher eine zentrale Position bei der Stärkung bürgerschaftlichen Engagements und der Ermutigung bürgerschaftlicher Mitgestaltung zu. Daher ist auch die Gemeinde der Ort, an dem soziale, wirtschaftliche und politische Veränderungen am deutlichsten zutage treten und das Leben der Bürgerinnen und Bürger prägen. Dem einzelnen Bürger ist es daher aufgegeben, an der Gestaltung seines unmittelbaren Lebensumfeldes mitzuwirken. Es werden stets Pioniere gesucht, die diese Aufgabe bestmöglich übernehmen. Und Alfonso Cuesta war und ist ein solcher Pionier seit Jahrzehnten. Er ist in fast jedem der vielen Vereine der Gemeinde Mitglied und begleitender Gestalter. Er war über ein Jahrzehnt Mitglied des Verwaltungsrates des größten Winkelhaider Vereins (Turn- und Sportverein mit über 14 Abteilungen und zirka 1.600 Mitgliedern).

Im Jahr 1990 gründete Alfonso Cuesta eine Theatergruppe, die seit nunmehr fast einer Generation hinweg volkstümliche Abende initiiert, deren gesamte Einnahmen der Jugendförderung im TSV Winkelhaid zur Verfügung gestellt werden. Alfonso Cuesta ist nach wie vor Leiter der Theatergruppe.

Auch beim jährlichen Bürgerfest präsentiert er Europa in der Gemeinschaft: Seine kulinarischen Köstlichkeiten sorgen auch für das Verstehen der unterschiedlichen europäischen Lebens- und Essengewohnheiten.

Alfonso Cuesta wirbt stets und unermüdlich für ein vereinigtes Europa, das den einzelnen Bürger im Vordergrund sieht. Daher fördern all seine Aktivitäten im kommunalen Bereich den Blick hin auf Europa, auf ein zukünftiges gemeinsames Europa. Alfonso Cuesta ist auch hier der beste Repräsentant des europäischen Gedankens und der erhofften europäischen Vereinigung auf allen Gebieten.

Aus all diesen Gründen heraus wurde Alfonso Cuesta vom Bundespräsidenten Horst Köhler mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Diese verdiente Ehrung zeichnet auch die Gemeinde und den Turn- und Sportverein Winkelhaid aus.

Der Turn- und Sportverein Winkelhaid ist stolz, einen solchen Menschen und großen Europäer in seinen Reihen zu haben.